Grundierung und Untergrundvorbereitung
Die Grundierung sieht man im fertigen Ergebnis nicht mehr – und genau deshalb wird sie am häufigsten unterschätzt. Ob Abdichtung, Fliesenkleber oder Bodenbeschichtung hält, entscheidet sich oft schon vorher: bei der richtigen Untergrundvorbereitung.
Warum überhaupt grundieren?
Eine Grundierung erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sie reguliert die Saugfähigkeit des Untergrunds, verbessert die Haftung der nachfolgenden Schicht, bindet Staub und Trennmittelreste und kann bei stark unterschiedlichen Untergründen für einen einheitlichen Saugverhalten sorgen. Wird sie übersprungen oder falsch gewählt, drohen Blasenbildung, mangelnde Haftung oder vorzeitiges Ablösen der folgenden Schicht.
Saugende und mineralische Untergründe
Für die Vorbehandlung mineralischer Untergründe vor Abdichtung, Putz oder Fliesenverlegung steht die ASO-Unigrund-Reihe zur Verfügung – darunter ASO-Unigrund-S, ASO-Unigrund-PLUS, ASO-Unigrund-K und ASO-Unigrund-GE. Die Varianten unterscheiden sich in Verdünnung, Eindringtiefe und Eignung je nach Saugfähigkeit und Untergrundart – welche Variante und Verdünnung für Ihren konkreten Untergrund passt, entnehmen Sie bitte dem jeweiligen technischen Merkblatt.
Vor Epoxidbeschichtung und Industrieboden
Vor Epoxidharz-Bodenbeschichtungen und in Industriebereichen kommen die ASODUR-Grundierungen zum Einsatz. ASODUR-SG2 und ASODUR-SG3 schließen die Poren des Untergrunds und reduzieren Nadelstiche in der Beschichtung, ASODUR-SG3-thix eignet sich thixotrop auch für saugfähige oder leicht geneigte Flächen, und ASODUR-SG3-superfast verkürzt bei engem Zeitplan die Wartezeit bis zur nächsten Schicht.
Vor Heißbitumen-Arbeiten: die Aufbrennsperre
Bei Anhydrit- oder Gipsestrichen kann heißes Bitumen den Estrich beim Aufbringen thermisch schädigen. Genau dafür gibt es P79-Aufbrennsperre – sie schützt den Estrich vor dieser Hitzeeinwirkung und ist bei entsprechenden Untergründen vor Heißbitumen-Abdichtungen zwingend vorzusehen.
Praxis-Tipps zur Untergrundvorbereitung
- Saugfähigkeit vorab prüfen (z. B. mit Wasser benetzen) und Verdünnung entsprechend dem technischen Merkblatt wählen
- Untergrund muss trag- und sauberfähig sein: staub-, öl- und trennmittelfrei
- Trocknungszeit der Grundierung vor dem nächsten Arbeitsschritt unbedingt einhalten
- Bei stark unterschiedlich saugenden Untergründen mehrfach oder gezielt nachgrundieren
Typische Fehler in der Praxis
- Grundierung komplett übersprungen, weil „der Untergrund doch gut aussieht“
- Falsche Verdünnung oder Menge – zu dick aufgetragen bildet die Grundierung selbst eine Trennschicht
- Nächste Schicht aufgebracht, bevor die Grundierung durchgetrocknet ist
- Aufbrennsperre auf Anhydritestrich vor Heißbitumen vergessen
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